Webstatistiken und der Datenschutz

Datenschutz

Webstatistiken sind unerlässlich, um den Erfolg eines Internetangebotes zu kontrollieren und zu verbessern. Jeder Besucher hinterlässt auf einem Webserver eine Reihe von Spuren: Welche Seiten betrachtet er und wie lange? Woher kommt er? Welchen Browser verwendet er?
Aus dieser Datenflut lassen sich wichtige Indikatoren ermitteln, die das Nutzerverhalten wiederspiegeln und dem Betreiber eines Onlineshops oder eines redaktionellen Internetangebotes helfen, sein Angebot weiter zu verbessern.

Eines der bekanntesten Systeme zur Erstellung solcher Statistiken ist sicherlich Google Analytics. Allerdings ist dieses aus datenschutzrechtlicher Sicht umstritten: Die Nutzerdaten werden nicht anonym gespeichert, so dass prinzipiell ein Rückschluß auf einen konkreten Besucher möglich ist. Immerhin lebt Google hauptsächlich vom Anzeigengeschäft und liefert jedem Nutzer möglichst passende Internet-Anzeigen. Zwar muss nach deutscher Rechtsprechung deutlich auf die Erhebung von Nutzungsstatistiken hingewiesen werden, aber der Nutzer hat bei Google & Co. meist keine Möglichkeit, der Zahlensammlung effektiv zu widersprechen.

Nachtrag: Mittlerweile hat Google nachgebessert und ist nach Auffassung des hamburgischen Datenschutzbeauftragten jetzt konform zu den deutschen Gesetzen. Allerdings gilt dies auch nur unter der Voraussetzung, dass der Benutzer wirksam gegen die Datenerhebung widersprechen kann; weiterhin müssen die gespeicherten IP-Adressen maskiert werden.

Abhilfe kommt jedoch mit der kostenfrei erhältlichen Software PIWIK. Da diese Lösung auf eigenen Servern ("in house") betrieben werden kann, können die Daten nicht in falsche Hände gelangen. Wenn die Statistik-Server in Deutschland betrieben werden, gelten auch die deutlich schärferen deutschen Datenschutzbestimmungen.
Weiterhin kann die zu jedem Besucher erfasste IP-Adresse - mit deren Hilfe prinzipiell eine Zuordnung des Nutzers möglich ist - anonymisiert werden. Auch kann der Nutzer jederzeit gegen seine statistische Erfassung widersprechen: Ein Klick genügt dafür.

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) kommt in einem Leitfaden zum Schluss, dass PIWIK datenschutzkonform eingesetzt werden kann und gibt konkrete Empfehlungen zur Konfiguration.
 
netzperfekt verwendet PIWIK standardmäßig als Software zur Auswertung des Nutzerverhaltens und setzt dabei die Empfehlungen des ULD um.
So erhalten die Betreiber eines Webangebotes die Grundlage für eine stetige Optimierung - und die Nutzer können sicher sein, dass ihre Datenspuren nicht unkontrolliert verlaufen.