Vizthink in Hamburg

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Was haben Workshops mit visuellem Denken zu tun?

vizthink Meetup #20 in Hamburg. Mein zweites vizthink. Nach dem vizthink #14 „Lehren & Lernen“ im letzten Jahr zum Thema Sketchnotes in der Bildung, habe ich es diesmal am 14.11.2016 wieder nach Hamburg geschafft. 

Vizthink Meetup heisst, dass sich Menschen treffen, die sich mit visuellem Denken befassen und dazu austauschen. Visuelles Denken, das sind zum Beispiel Sketchnotes, die mit Bildern komplexe Informationen darstellen oder auch Dinge wie Graphic Recording, also eine ganze Veranstaltung in Zeichnungen „aufzunehmen“. Visual Facilitators wiederum begleiten visuell und verantwortlich Gruppenprozesse und helfen dabei, eine gemeinsame Sprache zu finden und durch „sichtbar machen“ konkreter zu werden.
(Wikipedia: Visual Facilitation)

Auch wenn ich VisualisierungSketchnotes und Moderation nicht als Hauptaufgaben habe, so wende ich vieles doch in Workshops und bei der Beratung an.
Ich denke hauptsächlich visuell. Zu den meisten Dingen entsteht rasch ein inneres Bild. Wenn ich ein Buch lese, sehe ich innerlich einen Film. Ich freue mich sehr, dass es dafür einen Namen gibt und Menschen, die sich austauschen.

Das Meeting stand unter dem Motto Facilitation - Was macht wirklich GUTE Moderation aus? Wie behält man eine Gruppe im Griff und leitet sie geschickt in die richtige Richtung? Wie nimmt man Gruppen- und Einzelschwingungen wahr und was macht man dann damit?
Wir haben uns in großer Runde dazu ausgetauscht. Das ging natürlich nicht in der Tiefe aber ich habe gute Impulse und nette Kontakte mitnehmen können.

Aber wozu beschäftige ich mich damit?

Weil wir das Visualisieren ganz selbstverständlich anwenden. Zu Beginn eines Projektes wird in einem Workshop eine gemeinsame Grundlage, ein gemeinsames Verständnis geschaffen.
Davon profitieren beide Seiten: Wir verstehen den Kunden, seine Ziele und Zielgruppen etwas besser und der Kunde erhält Einblicke in unsere Arbeitsweise.
Ohne Visualisierungen ist das bei komplexen Projekten schwer möglich.
Beispiel Schnittstellen: welche beteiligten Bereiche gibt es, wer braucht was von wem und wann, wie bewegen sich Daten, was gibt es, was muss noch entwickelt werden.
Dies ist als Zeichnung viel einfacher festzuhalten und zu erfassen als in reiner Textform. Natürlich gibt es nachher Schnittstellendokumentationen aber die verschaffen keinen guten allgemeinen Überblick.

Auch das Aussehen des Shops, bzw. die Struktur kann mit Wireframes (oder Post Its) ganz gut erarbeitet werden. Ohne schon zu Programmieren werden Dinge begreifbar. 

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Man gleicht Vorstellungen an und spricht über das Gleiche. Gerade dieser Aspekt ist sehr wichtig.
Häufig missverstehen sich Beteiligte und merken es nicht einmal. Und je später dieses Missverständnis auffällt, umso nachteiliger ist es. Eventuell müssen ganze Teilbereiche neu geplant werden, weil anfangs das gemeinsame Verständnis fehlte.

Daher ist uns dieser Workshop zu Beginn auch so wichtig. Selbst wenn Kunden schon ihre Ideen aufgeschrieben haben. Selbst wenn schon „fast alles fertig“ ist: was heisst fertig? Teilen Kunde und ich die gleiche Vorstellung? 

Was bedeutet „einfache Suche“?
Für mich: schlicht und einfach zu programmieren, kein Schnickschnack.
Für den Kunden: so einfach zu bedienen wie Google, mit Vorschlägen und ähnlichen Begriffen.

Gut, speziell beim Fall Suche kenne ich das Problem aufgrund 20jähriger Erfahrung. Aber es gibt weitere mögliche Mißverständnisse, bei denen nicht klar ist, dass es ein unterschiedliches Verständnis gibt. Dann kann ich das auch nicht ansprechen, weil ich nicht weiss, dass es unterschiedliche Sichten gibt. Und unsere Kristallkugel ist irgendwie dauernd im Service…

Also: lassen Sie uns darüber reden und visualisieren - dann werden wir uns gut verstehen!

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